KindlPersonal: Wie ein eigenes Recruiting-System die Mitarbeitersuche verändern soll

Wer heute Mitarbeiter sucht, kennt das klassische Vorgehen: Stellenanzeige veröffentlichen, Bewerbungen abwarten, Lebensläufe prüfen und hoffen, dass am Ende der richtige Kandidat dabei ist. KindlPersonal verfolgt inzwischen einen anderen Ansatz. Statt jede Personalsuche komplett neu zu beginnen, arbeitet das Unternehmen mit einem eigenen Kandidatensystem: dem Kindl Pool. Unterstützt wird dieser durch KindlOS, eine KI-gestützte Technologie, die Kandidaten analysiert und mit den Anforderungen eines Unternehmens abgleicht. Doch was steckt genau dahinter?
Inhalt
Nicht jede gute Bewerbung ist eine gute Einstellung
Auf den ersten Blick scheint Recruiting relativ einfach: Ein Unternehmen sucht beispielsweise einen Verkäufer, Techniker oder Mitarbeiter für den kaufmännischen Bereich. Kandidaten mit entsprechender Berufserfahrung werden ausgewählt und vorgestellt. In der Realität ist die Sache komplizierter.
Ein Kandidat kann fachlich hervorragend geeignet sein und trotzdem nicht zum Unternehmen passen. Arbeitsweise, Persönlichkeit, Erwartungen, berufliche Ziele und Unternehmenskultur spielen bei einer Einstellung mindestens eine ebenso wichtige Rolle. Genau deshalb konzentriert sich KindlPersonal nicht ausschließlich auf den Lebenslauf.
„Wir haben relativ schnell verstanden, dass ein guter Lebenslauf noch lange keinen guten Mitarbeiter garantiert. Entscheidend ist, ob Unternehmen und Kandidat auch menschlich und langfristig zusammenpassen", heißt es dazu von KindlPersonal.
Der Kindl Pool als Grundlage
Im Mittelpunkt des Systems steht der Kindl Pool. Darin befinden sich Kandidaten, die über unterschiedliche Recruiting-Prozesse und eigene Stellenanzeigen mit KindlPersonal in Kontakt gekommen sind. Anstatt diese Kontakte nach Abschluss einer einzelnen Stellensuche wieder zu verlieren, werden geeignete Profile strukturiert weitergeführt.
Dadurch kann KindlPersonal bei einer neuen offenen Position zunächst prüfen, welche Kandidaten bereits vorhanden sind. Das verändert den klassischen Ablauf erheblich: Die Personalsuche beginnt nicht zwangsläufig wieder mit einer neuen Stellenanzeige und mehreren Wochen Wartezeit. Im ersten Schritt kann bereits im bestehenden Pool nach geeigneten Profilen gesucht werden.
KindlOS schaut genauer hin
Der zweite Baustein des Systems ist KindlOS. Die KI-gestützte Technologie soll Kandidaten nicht nur nach klassischen Faktoren wie Ausbildung oder Berufserfahrung filtern. Auch weitere Informationen werden in die Auswahl einbezogen. Dazu gehören beispielsweise berufliche Vorstellungen, Erwartungen an einen Arbeitgeber, gewünschte Rahmenbedingungen sowie Faktoren, die für eine langfristige Zusammenarbeit relevant sein können.
Die Idee dahinter ist einfach: Nicht möglichst viele Kandidaten sollen vorgestellt werden, sondern möglichst passende.
„Ein Geschäftsführer braucht keine 50 Lebensläufe. Er braucht einige wenige Menschen, bei denen es wirklich Sinn ergibt, miteinander zu sprechen."
Warum Persönlichkeit immer wichtiger wird
Gerade bei Fehlbesetzungen zeigt sich, wie wenig ein Lebenslauf über die tatsächliche Zusammenarbeit aussagt. Ein Kandidat kann über die richtige Qualifikation verfügen und trotzdem nach wenigen Monaten feststellen, dass die Position, das Team oder die Arbeitsweise nicht seinen Vorstellungen entsprechen. Für das Unternehmen beginnt die Suche dann erneut.
KindlPersonal versucht deshalb, bereits vor einer möglichen Einstellung mehr Informationen zu berücksichtigen. Neben fachlicher Eignung geht es auch um Fragen wie: Passt die Position zu den langfristigen Vorstellungen des Kandidaten? Stimmen die Erwartungen beider Seiten überein? Passen Arbeitsweise und Unternehmensumfeld zusammen? KindlOS unterstützt dabei, diese Faktoren strukturiert in die Kandidatenauswahl einzubeziehen.
Die Einstellung soll nicht das Ende sein
Ein weiterer Punkt unterscheidet das Modell von einer reinen Vermittlung. KindlPersonal betrachtet den Recruiting-Prozess nicht automatisch als abgeschlossen, sobald ein Arbeitsvertrag unterschrieben wurde. Je nach vereinbartem Modell können Einstellungen schriftlich abgesichert werden. Sollte innerhalb der vereinbarten Bedingungen eine Nachbesetzung notwendig werden, wird KindlPersonal erneut aktiv.
„Unser Anspruch ist nicht, einfach einen Lebenslauf zu vermitteln. Am Ende muss daraus eine funktionierende und möglichst langfristige Besetzung entstehen."
Damit verschiebt sich der Fokus von der bloßen Vermittlung hin zum Ergebnis.
Weniger Bewerbungen, mehr Passung
KindlPersonal versucht mit Kindl Pool und KindlOS einen Recruiting-Prozess aufzubauen, bei dem bereits vorhandene Kandidaten, Technologie und persönliche Prüfung miteinander verbunden werden. Dabei soll KI den Recruiter nicht ersetzen. Sie soll vielmehr dabei helfen, große Mengen an Kandidateninformationen schneller zu strukturieren und diejenigen Profile herauszufiltern, die für ein Unternehmen besonders relevant sein könnten.
Das Ziel bleibt am Ende sehr menschlich: ein Unternehmen und einen Mitarbeiter zusammenzubringen, die nicht nur auf dem Papier, sondern möglichst auch langfristig zusammenpassen.
Häufige Fragen zu KindlPersonal
Was ist KindlPersonal?
KindlPersonal ist ein Recruiting-Unternehmen, das Unternehmen bei der Suche und Auswahl von Mitarbeitern unterstützt und dabei mit einem eigenen Kandidatenpool und einer KI-gestützten Recruiting-Technologie arbeitet.
Was ist der Kindl Pool?
Der Kindl Pool ist ein von KindlPersonal aufgebauter Bestand an Kandidatenprofilen, aus dem bei neuen offenen Positionen gezielt passende Personen ausgewählt werden können.
Was ist KindlOS?
KindlOS ist die KI-gestützte Technologie hinter dem Recruiting-System. Sie unterstützt dabei, Kandidaten anhand verschiedener fachlicher und persönlicher Faktoren zu analysieren und zu filtern.
Wird nur auf Qualifikation geachtet?
Nein. Neben fachlichen Kriterien werden auch persönliche Erwartungen, berufliche Vorstellungen und Faktoren berücksichtigt, die für eine langfristige Zusammenarbeit relevant sein können.
Gibt es eine Garantie auf die Besetzung?
Je nach vereinbartem Leistungsmodell können Einstellungen schriftlich abgesichert werden. Wird innerhalb der vereinbarten Bedingungen eine Nachbesetzung notwendig, kann KindlPersonal erneut in den Recruiting-Prozess einsteigen.

Florian Merz kümmert sich bei KARRIEREJOURNAL24 um die Themen, bei denen es konkret wird: Gehalt, Verhandlung, Nebeneinkommen und Weiterbildung. Er hat Volkswirtschaft studiert und im Verbraucherjournalismus gelernt, Prozentangaben so lange zu hinterfragen, bis eine ehrliche Zahl übrig bleibt. Zum Profil →